Diabetes mellitus
Informationen für Betroffene und Interessierte
Diagnose
Zur Diagnose von Diabetes mellitus stehen verschiedene Untersuchungsverfahren zur Verfügung. Die bis vor wenigen Jahren häufig angewandte Messung der Glukosekonzentration im Urin zur Diagnose von Diabtes wird heutzutage von der Blutzuckermessung abgelöst, da diese Methode genauere Ergebnisse liefert.
Blutzuckermessung zur Diagnose von Diabetes
Die Ermittlung der Glukosekonzentration im Blut des an Diabetes Erkrankten kann im nüchternen Zustand oder auch als Gelegenheitsmessung erfolgen. Im Allgemeinen reicht hierzu ein winziger Tropfen Blut aus der Fingerkuppe des Betroffenen aus. Zur Messung der Höhe des Blutzuckers bei Diabetes Patienten stehen verschiedene mobile Geräte zur Verfügung, die eine schmerzarme, schnelle und genaue Ermittlung der Werte ermöglichen. Liegt die gemessene Konzentration des Blutzuckers im nüchternen Zustand über 120 mg/dl (7,0 mmol/l) oder der Blutzuckerwert der Gelegenheitsmessung bei 200 mg/dl (11,1 mmol/l) oder höher, kann die Erkrankung „Diabetes mellitus“ diagnostiziert werden.
Diagnose von Diabetes mit einem oralen Glukosetoleranztest
Bei grenzwertigen Ergebnissen der Blutzuckermessung zur Diagnose von Diabetes mellitus empfiehlt es sich, einen Glukosebelastungstest durchzuführen. Hierbei wird untersucht, inwiefern und in welcher Geschwindigkeit hohe Konzentrationen von mit der Nahrung aufgenommenen Kohlenhydraten (Zucker) vom Körper verwertet werden. Hierzu wird dem nüchternen Patienten zunächst Blut entnommen und der Blutzuckerspiegel bestimmt. Anschließend wird eine standardisierte Glukoselösung (75 g Glukose) oral verabreicht. Nach etwa zwei Stunden wird der Blutzuckerspiegel erneut gemessen. Liegt dieser Wert bei 200 mg/dl (11,1 mmol/l) oder mehr, ist der Patient an Diabetes erkrankt.
HbA1c
Die Messung des HbA1c-Wertes (glykiertes Hämoglobin) wird bei der Diagnostik einer Erkrankung an Diabetes hauptsächlich zur Langzeitkontrolle der Blutwerte eingesetzt. Da sich Teile des Blutfarbstoffs Hämoglobin mit überschüssiger, vom Körper nicht verwerteter Glukose verbinden, kann eine Verhältnismäßigkeit zwischen der Höhe der Glukosekonzentration im Blut und dem Anteil von HbA1c an der Gesamtmenge des Hämoglobins bestimmt werden. Je höher der Blutzuckerspiegel, desto höher ist der prozentuale Anteil des HbA1c am Gesamthämoglobin. Ein Anteil von einem Prozent HbA1c entspricht in etwa 30 mg/dl Blutzucker. Da dieser Prozess langsam verläuft, eignet sich diese Messmethode zur Langzeitkontrolle der Blutzuckerwerte bei bereits diagnostizierter Erkrankung an Diabetes und erlaubt Aussagen über den Glukosestoffwechsel etwa der letzten acht Wochen. Angestrebt wird ein Anteil von HbA1c von ca. 29-42 mmol/mol (Normwert gem. International Federation of Clinical Chemistry and Laboratory Medicine IFCC) an der Gesamtmenge des Hämoglobins, da so das Risiko für die schwerwiegenden, möglichen Folgeerkrankungen von Diabetes minimiert werden kann.
Antikörpertest
Zur frühen Diagnose von Diabetes mellitus vom Typ 1 empfiehlt es sich, einen Antikörpertest durchzuführen. Insbesondere, wenn im familiären Umfeld bereits Diabeteserkrankungen aufgetreten sind, kann der Nachweis der einschlägigen Antikörper zur frühzeitigen Erkennung und rechtzeitigen Therapie führen und mögliche Komplikationen und Folgeschäden verhindern helfen. Zusätzlich dient dieses Verfahren der Unterscheidung zwischen den verschiedenen Typen von Diabetes, da bei Diabetes mellitus vom Typ 2 keine Antikörper vorliegen.
Nicole Breuer
Weitere Artikel im Bereich Diagnose:
Diagnose
Der Startartikel in diesem Bereich gibt Ihnen einen allgemeinen Überblick über die diagnostischen Verfahren, die bei Diabetes mellitus angewendet werden können.