Diabetes mellitus

Informationen für Betroffene und Interessierte

Was ist Diabetes?

Als Diabetes (griech. „honigsüßer Durchfluss“) oder auch Zuckerkrankheit wird eine Gruppe von Erkrankungen bezeichnet, bei welcher der Glukosestoffwechsel gestört ist und dadurch zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel führt. Unbehandelt kann diese Stoffwechselerkrankung zu schweren Folgeschäden führen.

Energiegewinnung des Körpers

Die mit der Nahrung aufgenommenen Kohlehydrate werden im Verdauungstrakt aufgespalten und dem Körper als Glukose (Traubenzucker) zur Verfügung gestellt. Über den Dünndarm gelangen die Zuckermoleküle in das Blut und werden so an die Zellen transportiert, welche einen erhöhten Energiebedarf melden. Um die Glukose vom Blut in die Zellen transportieren zu können, wird ein spezielles Hormon, das Insulin, benötigt, welches in den sog. Inselzellen oder auch Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Durch die Insulinausschüttung wird der, nach der Nahrungsaufnahme erhöhte, Blutzuckerspiegel abgesenkt, da die Glukosemoleküle mithilfe des Insulins in die Zellen transportiert werden. Nicht benötigte Glukose kann in speziellen Depots in beispielsweise der Leber oder in Muskelzellen als Glykogen gespeichert werden. Steht hierfür keine Kapazität mehr zur Verfügung, kann die Glukose in Fett umgewandelt werden und so als langfristiger Energiespeicher dienen. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass Insulin und seine Gegenspieler Glukagon, Adrenalin und Kortison den Glukosestoffwechsel des Körpers regeln.

Formen von Diabetes

Diabetes kann in verschiedenen Formen auftreten. Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen vier Grundtypen. Der Diabetes mellitus vom Typ 1 bezeichnet Erkrankungen, welche aufgrund einer Zerstörung oder Funktionsunfähigkeit der Langerhans-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) entstehen. Kennzeichnend ist hier der absolute Mangel an Insulin, da die Bildung im Pankreas nicht erfolgen kann. Diese Störung kann angeboren oder erworben sein.

Der Diabetes mellitus Typ 2, auch früher als „Altersdiabetes“ bezeichnet, verläuft meist schleichend und kann sich von einer Insulinresistenz der Zellen bis hin zum absoluten Insulinmangel im fortgeschrittenen Krankheitsstadium erstrecken. In die dritte Gruppe der spezifischen Typen des Diabetes werden die Erkrankungen gruppiert, welche meist Folge einer anderen, schwerwiegenden Grunderkrankung sind wie z. B. aufgrund zystischer Fibrose, seltener Autoimmunerkrankungen, angeborener Defekte und dergleichen.

Die vierte Form ist der Schwangerschafts- oder Gestationsdiabetes, welcher durch eine schwangerschaftsbedingte erhöhte Ausschüttung von Hormonen entsteht, die das Insulin in seiner Wirkung beeinträchtigen.

Wer erkrankt an Diabetes?

Der Diabetes mellitus gehört zu den weit verbreiteten sog. „Volkskrankheiten“. Schätzungsweise fünf Millionen Menschen sind in Deutschland derzeit an Diabetes erkrankt. Jährlich werden pro 100.000 Einwohner etwa 360 Neuerkrankungen registriert, in der Altersgruppe der über Sechzigjährigen sogar etwa 1.200 Neuerkrankungen pro Jahr. Zusätzlich kann davon ausgegangen werden, dass eine relativ hohe Dunkelziffer von noch nicht diagnostizierten Erkrankungen von Diabetes vorliegt.

Nicole Breuer

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